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Presseinformation | Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel

Mehr Vielfalt auf und hinter der Bühne sowie im Publikum!

 


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Rania Mleihi (Dramaturgin am Schauspiel Hannover) und Wessam Talhouq (freier Schauspieler in Hannover) erläutern die Theaterlandschaft in Syrien

  Wolfenbüttel, 7. Dezember 2017 – »Die Theaterbühnen bundesweit müssen sich viel stärker des Themas Diversity annehmen! Damit die Theater in Hinblick auf ihr vielfältiges Publikum selbst vielfältiger werden können, müssen sie sich Vielfalt als Ziel auf die Fahnen schreiben«, fordert Dr. Birte Werner, Programmleiterin für Darstellende Künste an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. »Dazu müssen sie ihr Team, das künstlerische Ensemble und ihr Programm verändern. Das zu tun, ist eine reizvolle Herausforderung und Leitungsaufgabe.«
Die Frage danach, wie internationale Theaterprofis, die als Geflüchtete in Deutschland leben, hier ihre Arbeit fortsetzen können, ist nur ein Teilaspekt davon. Aber ein wichtiger und aus diesem Grund veranstaltete die Bundesakademie Anfang Dezember die Netzwerkplattform »New Connections«.
80 Theaterschaffende kamen zwei Tage lang in Wolfenbüttel miteinander ins Gespräch. Unter ihnen waren 30 geflüchtete internationale Theaterkünstler_innen, die anderen Teilnehmenden kamen aus den Niedersächsischen Stadt- und Staatstheatern, aus der Freien Szene, der Soziokultur und den Theaterpädagogischen Zentren. Auch das Musikland Niedersachsen und die Stiftung Universität Hildesheim waren vertreten.
Die Leitfragen des Netzwerktreffens waren: Wie lassen sich Kontakte knüpfen zwischen professionellen Bühnenkünstler_innen, die in den vergangenen Jahren durch Flucht nach Deutschland gekommen sind, und Kolleg_innen, die schon länger hier arbeiten? Was können, was wollen sie gegenseitig voneinander lernen? Wie können sie sich besser und langfristig miteinander vernetzen und zusammenarbeiten? Welches Wissen und welche Unterstützung werden gebraucht? Das sind Fragen, die viele Theaterschaffende, Künstler_innen und Kulturvermittler_innen aktuell beschäftigen.

Bedarf nach Wissen, Austausch und kollegialer Beratung ist hoch
Neben Einblicken in die aktuelle Situation der Theaterlandschaften in Afghanistan und Syrien erhielten die Teilnehmenden auf dem Netzwerktreffen auch handfeste Informationen in Expertengruppen zu verschiedenen Themen und konnten Kontakte untereinander knüpfen. Die wichtigste Erkenntnis: Es braucht weitere Beratungs- und Fortbildungsveranstaltungen, die sich den spezifischen Anliegen der einzelnen Berufsgruppen und Akteur_innen widmen. Für den Bereich der Theaterpädagogik stellen sich z.B. folgende Fragen: Wie lassen sich vor allem Mädchen und Frauen dazu zu bewegen, an einer Theaterarbeit mitzuwirken und auf der Bühne aufzutreten? Was kann man zum ihrem Empowerment tun? Wie lässt sich grundsätzlich der Spagat zwischen theaterpädagogischer und politischer Bildungsarbeit meistern?

Erste Ergebnisse – Mentoring, Tandem und Vernetzung
»Es braucht die Diskussion, vorbildhafte Modelle und Gespräche mit Expert_innen, das Wissen von- und das Interesse aneinander«, so Ulrike Seybold, Geschäftsführerin des Landesverbands der Freien Theater in Niedersachsen. »Es entstand die Idee für Mentoring- und Tandemmodelle, die den geflüchteten Kolleg_innen den Einstieg in die Theaterszene in Niedersachsen erleichtern könnten.« Der Landesverband Freier Theater in Hannover plant, dafür 2018 eine Stelle unter seinem Dach zu schaffen, die Kommunikation, Beratung und Vernetzung zwischen den geflüchteten und den hier bereits etablierten Kolleg_innen leisten kann. 

»Das Feedback der teilnehmenden Künstler_innen war durchweg positiv: Viele berichten von bereits neu geknüpften und produktiven Verbindungen, die nun hoffentlich weiter wirken«, stellt Nina de la Chevallerie vom boat people projekt Göttingen fest. »Damit hat die Veranstaltung einen wichtigen Grundstein gelegt für die Vielfalt an den niedersächsischen Bühnen.«

Die Netzwerkplattform »New Connections« wurde durchgeführt in Kooperation mit dem Landesverband der Freien Theater Niedersachsen und dem boat people projekt Göttingen. Gefördert wurde das Projekt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Bildmaterial von der Tagung zum Download finden Sie hier: http://www.bundesakademie.de/presse/bildmaterial
Falls Sie Interesse haben, mit den Organisatorinnen oder Teilnehmenden zu sprechen, dann vermitteln wir Ihnen gerne den Kontakt.

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Über die Bundesakademie
Die Bundesakademie Wolfenbüttel ist einer der bedeutendsten Anbieter für praxisnahe berufliche Fort- und Weiterbildung im Bereich Kulturelle Bildung in Deutschland. Sie bietet jährlich insgesamt rund 180 Veranstaltungen, darunter Seminare, Qualifizierungsreihen und Tagungen in sechs Programmbereichen an: Bildende Kunst, Darstellende Künste, Musik, Literatur, Museum sowie Kulturmanagement, -politik und -wissenschaft. Das Angebot richtet sich an Kulturvermittelnde und -schaffende aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem angrenzenden Ausland. Die Akademie wurde 1986 als gemeinnütziger Verein gegründet. Finanziert wird sie aus Mitteln des Landes Niedersachsen, des BMBF und aus eigenen Einnahmen.

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Pressekontakt
Christiane Thoroe 
Presse-/ Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V.
Schlossplatz 13, 38304 Wolfenbüttel
Tel.: 05331/808-412
Fax.: 05331/808-413
E-Mail: christiane.thoroe@bundesakademie.de
Internet: www.bundesakademie.de 

 

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